Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaften Senioren in Ottmarsbocholt - 50er scheitern in Vorrunde knapp - 70er-Trio wird Vizemeister - Kapitän Gerkens überragt - Gerkens/Otto ungeschlagen
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26./27.04.2025
Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaften Senioren in Ottmarsbocholt
Bei den diesjährigen Westdeutschen Meisterschaften der Senioren in Ottmarsbocholt waren mit den Senioren 50 und 70 gleich zwei Teams vom TTSV Schloß Holte – Sende dabei. Beide Teams hatten sich als Bezirkssieger qualifiziert, wobei die Senioren 50 kampflos zu diesem Titel kamen.

Beide TTSV-Teams auf einen Blick (v.l.): Helmut Blanke, Ralf Mühlenkord, Rüdiger Schneiker, Peter Gerkens, Klaus Bostelmann, Ulrich Schäfer und Eckard Otto
In Ottmarsbocholt trafen die Senioren 50 um Kapitän Ulrich Schäfer auf den großen Favoriten und Vorjahressieger TTC Waldniel, TTC Lantenbach und SuS Niederschelden. Gleich in der ersten Partie kam es zum entscheidenden Duell gegen Lantenbach. Die Holter stellten bestmöglich auf und setzten Schäfer taktisch an Position drei hinter Spitzenspieler Rüdiger Schneiker und Helmut Blanke. Der Plan ging zunächst auf. Zwar musste Blanke gegen Lantenbachs Nummer eins mit fast 1900 TTR-Punkten und somit fast 260 TTR-Punkten mehr eine erwartbare 0:3-Niederlage hinnehmen, dafür zeigten seine Teamkollegen bärenstarke Leistungen bei ihren Aufholjagden. Schneiker drehte einen 1:2-Rückstand mit 11:5 und 11:6 noch sicher um, während Schäfer in einer Partie auf Augenhöhe gar ein 0:2 mit 11:7, 12:10 und 11:6 noch sensationell umbog. Mit einer 2:1-Führung ging es somit ins Doppel, das Schäfer und Blanke als eingespieltes Spitzenduo der 1. Herren bestritt. Nach Sätzen von 6:11 und 8:11 gelang mit 11:7 der 1:2-Anschluss. Der vierte Durchgang ging dann aber hauchdünn mit 9:11 verloren, sodass es 2:2 stand. Im Spitzenspiel musste sich Schneiker wie auch Blanke zu Beginn mit 0:3 geschlagen geben. Mit dem Rücken zur Wand ging dann Blanke als Underdog an den Tisch. Erneut verlief der Start unglücklich und es stand durch ein 6:11 und 10:12 bereits 0:2. Dann aber zeigte auch er starke Comeback-Qualitäten und glich mit 11:2 und 11:9 zum 2:2 aus. Im Entscheidungssatz brach die Aufholjagd jedoch ein und mit 6:11 musste Blanke gratulieren. Durch die 2:4-Niederlage war das Weiterkommen nahezu dahin. In der nächsten Partie ging es nämlich gegen die Übermannschaft und den späteren Titelverteidiger aus Waldniel mit Star-Spieler Guangjian Zhan (über 2100 TTR-Punkte). In der Aufstellung rotierte lediglich der vierte Holter Ralf Mühlenkord anstelle von Helmut Blanke ins Team. Zum Auftakt verpasste Schneiker durch ein knappes 11:13 die 1:0-Führung und kam dann bei zwei Sätzen mit 7:11 nicht mehr an einen Satzgewinn heran. Im anschließenden ungleichen Duell zwischen Mühlenkord und Zhan verkaufte sich "Mühle" nach einem haushohen 1:11 mit 6:11 und 6:11 tapfer. Im dritten Einzel war Schäfer auf dem besten Weg zur Überraschung. Gegen seinen Gegner mit etwas mehr als 120-TTR-Punkten-Differenz ging er sogar mit 2:1 in Führung. Die Sätze vier und fünf wurden allerdings mit 6:11 und 8:11 verloren. Das Doppel verlief dann zum Abschluss wieder klar. Schäfer/Blanke gaben alles, kamen beim 6:11, 5:11 und 5:11 aber nicht in die Nähe eines Satzgewinns. Da Lantenbach parallel deutlich mit 4:0 gegen Niederschelden gewann, stand das Aus in der Gruppe fest. Zum Abschluss ging es nur noch um den quasi bedeutungslosen Platz drei in der Gruppe. Gegen Niederschelden wurde Schäfer daher nur im Doppel aufgestellt, Mühlenkord und Blanke dafür im Einzel. Am Ende gelang als Favorit mit dem deutlichen 4:0 das optimale Happy End, wobei gleich zwei Partien über die volle Distanz gingen. Zum Start legte Schneiker per 3:0 vor. Nur der erste Satz war mit 12:10 knapp. Danach blieb Mühlenkord gegen die nominelle Nummer 1 nervenstark, gewann gleich zweimal in der Verlängerung und ließ im Fünften beim 11:4 nichts anbrennen. Blanke machte es nach einem 2:0-Start nochmal spannend, fand im Entscheidungssatz mit 11:7 aber wieder in die Spur zurück, sodass eine komfortable 3:0-Führung zu Buche stand. Im Doppel gingen Schneiker und Schäfer ins Rennen. Nach zwei klar gewonnenen Sätzen ging Durchgang drei zwar mit 9:11 verloren, im vierten Satz behielt das Duo mit 12:10 aber nervenstark die Oberhand. Hinter Waldniel und Lantenbach wurden die Holter somit Gruppendritter, für sie war das Turnier aber am ersten Tag beendet.
Das Team der Senioren 70 (v.l.): Kapitän Peter Gerkens, Klaus Bostelmann und Eckard Otto
Deutlich besser lief es bei den Senioren 70 für das Trio Peter Gerkens, Eckard Otto und Klaus Bostelmann. Höchstspannend ging es in der Vorrunde in einer 3er-Gruppe mit den Mannschaften TTC Union Düsseldorf und TTC Holzwickede zu. Im ersten Spiel gegen TTC Union Düsseldorf wollte es allerdings noch nicht so recht laufen. Zwar überragte Kapitän Peter Gerkens mit zwei klaren 3:0-Favoritensiegen und dem 3:1-Doppelsieg zusammen mit Otto, weitere Zähler wollten aber nicht kommen. Otto gab nach langer Wettkampfpause mit wenig Spielpraxis im ersten Einzel eine 2:1-Führung mit 5:11 und 7:11 noch aus der Hand, im letzten und entscheidenden Duell verpasste er nach 0:2-Rückstand mit 11:9 und 11:13 den Entscheidungssatz nur knapp. Bostelmann kam bei seinen zwei 0:3-Niederlagen als krasser Außenseiter nur im dritten Satz seiner zweiten Partie für einen Gewinn in Frage. Insgesamt stand somit die bittere 3:4-Niederlage nach 3:2-Führung fest. In der zweiten Runde hatte das TTSV-Quartett dann erstmal Pause und sah zu, wie Holzwickede Düsseldorf mit 4:3 bezwang. Dadurch war auf einmal wieder alles möglich, sogar auch der Gruppensieg. Und so kam es dann auch. Taktisch stellte das Team um und Bostelmann an Position zwei auf, wodurch Otto als Nummer drei agierte. Der Plan ging voll auf. Zwar verlor Bostelmann zum Auftakt gegen den gegnerischen Spitzenspieler recht klar mit 0:3. Dafür gewannen Gerkens und Otto ihre Duelle gegen nahezu gleichwertige Spieler aber mit 3:1. Im Doppel trumpften Gerkens und Otto wieder auf und ließen zusammen das nächste 3:1 per nervenstarkem 12:10 im vierten Durchgang folgen. Die Erfolgsserie krönte Gerkens im Spitzenspiel, das er nach 1:2-Rückstand mit 11:7 und 11:8 eindrucksvoll drehte. Durch den tollen 4:1-Triumph war der Gruppensieg perfekt. Zwar hatten alle Teams eine Bilanz von 2:2-Zählern, die Holter glänzten aber mit dem besten Spielverhältnis (+2) vor Düsseldorf (0) und Holzwickede (-2). Am nächsten Tag ging es mit dem Halbfinale weiter. Hier traf das TTSV-Trio auf den Zweiten der anderen Gruppe, CVJM Hamm. Mit der Erfolgsaufstellung aus der Partie gegen Holzwickede trat der TTSV an, der Spielverlauf und das Ergebnis sollte kurioser Weise nahezu identisch sein. Gerkens machte den Auftakt und unterlag erstmal mit 7:11, schaffte aber hauchdünn mit 15:13 den so wichtigen 1:1-Ausgleich. Nach einem klaren 11:6 machte er mit einem 11:9 den Sack zum 3:1 zu. Bostelmann konnte sich zwar gegen den Hammer Spitzenspieler beim 4:11, 7:11 und 11:13 immer weiter steigern, der Satzgewinn blieb aber wieder einmal knapp aus. Dafür war Otto erfolgreich, der nach einem spannenden 12:10-Auftakt am Ende recht sicher mit 3:1 siegte. Somit ging es mit einer 2:1-Führung ins Doppel, in dem Gerkens und Otto erneut ihre Stärke zeigten. Nach deutlicher 2:0-Führung verpasste das Duo allerdings den Sack zuzumachen, als es mit 12:14 den Kürzeren zog. Nach einem 5:11 fanden die beiden aber noch rechtzeitig in die Spur und gewannen im Entscheidungssatz mit 11:8, womit das Team vielversprechend mit 3:1 in Front ging. Gleich im ersten Matchballspiel, dem Duell der 1er, ließ Gerkens überhaupt nichts anbrennen und gewann locker mit 3:0. Durch den 4:1-Triumph war das Finalticket gebucht. Da TTC Union Düsseldorf aus der Holter Vorrundengruppe am zweiten Tag nicht mehr antrat, zog der Top-Favorit und amtierende Deutsche Meister TuS Rheydt-Wetschwell als Gruppensieger der anderen Gruppe über ein Freilos ins Finale ein. Das Team dominierte tadellos mit drei 4:0-Siegen ihre Gruppe. Im Endspiel wartete also die Übermannschaft mit gleich drei Akteuren von über 1700-TTR-Punkten. Zu Beginn musste Bostelmann ins Duell David gegen Goliath und hatte mit 3:11, 2:11 und 3:11 entsprechend deutlich das Nachsehen. Kapitän Gerkens zeigte dann einmal mehr seine Klasse und blieb auch in seinem siebten Einzel des Turniers sensationell ungeschlagen. Dabei drehte er als Underdog gegen sein Gegenüber mit über 100-TTR-Punkten mehr einen 1:2-Rückstand mit 11:8 und 11:8 bärenstark noch um, was für den 1:1-Ausgleich sorgte. Im dritten Einzel wusste Otto im ersten Satz zu überraschen und gewann mit 11:5. Dann jedoch gingen alle drei weiteren Sätze recht deutlich weg. Mit einem 1:2-Rückstand ging es also ins Doppel. Dass Gerkens und Otto im Doppel eine Macht sind, zeigten sie auch im Finale. Nach einem Hin und Her von 8:11, 14:12, 11:8, 5:11 und 11:8 blieben sie auch im vierten Doppel des Turniers unbesiegt und sorgten so für den starken 2:2-Ausgleich. Im Spitzenspiel erwischte es Gerkens dann doch noch. Mit 8:11, 7:11 und 6:11 reichte es für keinen Satzgewinn und der überragende Holter des Turniers musste sich erstmalig geschlagen geben. Bostelmann hatte dann beim Stand von 2:3 die undankbare Aufgabe erneut ins Duell mit einem Kontrahenten zu gehen, der fast 500 TTR-Punkte mehr hat. So verlief auch diese Partie für den tapfer kämpfenden Holter mit 2:11, 1:11 und 3:11 überaus klar. Zwar stand dadurch eine 2:4-Finalniederlage fest, aber der Erfolg über den Titel als Westdeutscher Vizemeister und eine tolle Turnierleistung überwog. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr mit dem Titel, denn die erfolgreiche Mannschaft vom Sieger TuS Rheydt-Wetschewell löst sich nach dem Titelgewinn auf.

Siegerehrung mit dem TTSV-Trio auf Platz 2 (v.l.): Peter Gerkens, Klaus Bostelmann und Eckard Otto
